Marokko wird oft als kurze Rundreise durch Marrakesch, die Dünen und Fès vermarktet. Aufgrund der Entfernungen ist diese Variante jedoch sehr anstrengend. Eine bessere zehntägige Reise sieht zwei Stützpunkte in Städten vor, eine dreitägige Fahrt durch den Hohen Atlas und in den Südosten sowie genügend Zeitpuffer für Hitze, Verkehr und den gemächlicheren Rhythmus der Medina-Gassen.
Tag 1–3: Marrakesch Schritt für Schritt entdecken
Verbringen Sie den Ankunftstag in der Nähe Ihrer Unterkunft. Die Gassen der Medina lassen sich bei Tageslicht leichter überblicken, und ein Riad ist möglicherweise vom nächsten Zufahrtspunkt aus zu Fuß erreichbar. Vereinbaren Sie einen genauen Treffpunkt, anstatt darauf zu hoffen, dass ein Taxi direkt vor der Tür hält.
Am zweiten Tag sollten Sie einen zugelassenen lokalen Stadtführer für die Altstadt in Betracht ziehen. Ein Stadtführer liefert Hintergrundinformationen und mindert die Versuchung, irgendjemandem zu folgen, der behauptet, eine Straße sei gesperrt. Besuchen Sie Sehenswürdigkeiten frühzeitig, nutzen Sie die heißesten Stunden für ein ausgedehntes Mittagessen oder einen Museumsbesuch und kehren Sie am Abend zum Hauptplatz zurück, wenn der Andrang erträglich ist.
Nutzen Sie den dritten Tag für einen Besuch in Gärten, modernen Stadtvierteln oder einen Kochkurs. Betrachten Sie die Medina nicht nur als Kulisse: Fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie Menschen fotografieren, kleiden Sie sich unter Berücksichtigung der örtlichen Gepflogenheiten und akzeptieren Sie eine höfliche Absage, ohne darüber zu verhandeln. Die Aufnahme der Medina von Marrakesch in die UNESCO-Liste liefert nützliche historische Hintergründe.
Tag 4–6: Über die Atlas-Straßen bis zum Rand der Wüste
Buchen Sie einen seriösen Fahrer oder nehmen Sie an einem Transfer in kleiner Gruppe in Richtung Südosten teil. Die Strecke durch den Hohen Atlas und das Kasbah-Land ist lang und kurvenreich. Sie sollte nicht zu einer Tagesfahrt zu den Dünen verkürzt werden. Eine Übernachtung in der Nähe von Ait Ben Haddou oder im Dades-Tal sorgt dafür, dass die Landschaft Teil der Reise wird und nicht nur als Kulisse aus dem Fenster betrachtet wird.
Fahren Sie am fünften Tag weiter nach Merzouga oder zu einem anderen etablierten Ausgangspunkt in der Wüste. Klären Sie genau, was im Preis inbegriffen ist: privater oder gemeinschaftlicher Transport, Art der Unterkunft, Verpflegung, Wasser, Kamelritt sowie alternative Transportmöglichkeiten für alle, die nicht reiten können oder wollen. Wählen Sie Anbieter, die sich um die Abfallentsorgung kümmern und verantwortungsbewusst mit Tieren umgehen.
Eine Nacht in der Wüste kann wunderschön sein, ist aber nicht automatisch gleichbedeutend mit stiller Eleganz. Die Temperaturen können stark schwanken, Sand beeinträchtigt elektronische Geräte, und die Lager unterscheiden sich stark voneinander. Nehmen Sie warme Kleidung, Sonnenschutz und eine kleine Tasche statt eines offenen Koffers mit.
Tag 7–8: Reise nach Fès
Die Fahrt von der Wüstenregion nach Fes dauert fast einen ganzen Tag. Planen Sie den siebten Tag für die Fahrt und Pausen ein. Wenn Sie zu Reisekrankheit neigen, sollten Sie sich vor den Bergstrecken entsprechend vorbereiten. Speichern Sie die Adresse und Telefonnummer Ihrer Unterkunft offline, bevor Sie ankommen.
Nutzen Sie den achten Tag für eine geführte Einführung in Fes el-Bali. Die Medina ist ein lebendiges Stadtviertel mit Werkstätten, Wohnhäusern, Schulen und religiösen Stätten. Halten Sie sich an die ausgeschilderten Zutrittsregeln, insbesondere bei Moscheen, die für nicht-muslimische Besucher nicht zugänglich sind. In Lederwerkstätten kann es zu starken Gerüchen und intensiven industriellen Arbeitsprozessen kommen; besuchen Sie diese nur, wenn Ihnen die Bedingungen zusagen.
Tag 9–10: Fès und Abreise
Wählen Sie ein abschließendes Thema – Kunsthandwerk, Essen, Architektur oder einen Ausflug in die Umgebung –, anstatt noch einmal eine allgemeine Medina-Tour zu machen. Planen Sie am letzten Tag ausreichend Zeit für den Transfer zum Flughafen oder Bahnhof ein.
Verkehr, Geld und Gesundheit
Züge verbinden die großen Städte im Norden, fahren jedoch nicht bis in die Sahara. Bei längeren privaten Transfers sollten Sie das Fahrzeug, die Sicherheitsgurte, die Ruhezeiten des Fahrers und die Stornierungsbedingungen überprüfen. Vereinbaren Sie die Preise, bevor Sie informelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Halten Sie Kleingeld für Märkte und Trinkgelder bereit und nutzen Sie sichere Geldautomaten an bekannten Standorten.
Trinken Sie sicheres Wasser, passen Sie Ihre Aktivitäten bei Hitze entsprechend an und informieren Sie sich über die aktuellen Gesundheits- und Einreisebestimmungen für Ihre Staatsangehörigkeit. Während des Ramadan können sich die Öffnungszeiten und das Tagesangebot ändern; Reisende sollten sich geduldig zeigen und rücksichtsvoll verhalten.
Quellen und Überprüfungen
- Marokkanisches Fremdenverkehrsamt
- UNESCO: Medina von Marrakesch
- UNESCO: Medina von Fès
- UNESCO: Ksar von Ait-Ben-Haddou
Zuletzt überprüft: September 2026. Informieren Sie sich vor der Abreise über Fahrpläne, Einreisebestimmungen, Wetterbedingungen und die Erreichbarkeit der Sehenswürdigkeiten.
Titelbild
Foto von Vanessa Zhu auf Unsplash.





